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Recruiting 2025: Effizienz, Wertschätzung und die Rolle von KI in der Personalgewinnung

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Recruiting verändert sich – und wir alle stehen vor der Herausforderung, den Wandel aktiv zu gestalten. Wie bringen wir technologische Effizienz und eine wertschätzende Candidate Experience in Einklang? Welche Rolle spielen KI und Automatisierung in einem Talentmarkt, der sich zunehmend in Richtung Arbeitnehmerorientierung verschiebt?

Das Shift/HR Recruiting FORUM 2025 machte eines deutlich: Wir brauchen eine Recruiting-Strategie, die langfristig denkt, digitale Prozesse sinnvoll nutzt und den Menschen im Mittelpunkt behält.

Recruiting braucht Haltung – nicht nur Effizienz

Den inhaltlichen Auftakt bildete die Keynote von Henrik Zaborowski, die mit einer klaren Botschaft startete:

„KI in der Personalauswahl? Vergesst es. Wir wissen, wie gute Personalauswahl funktioniert. Da brauchen wir keine KI.“

Er setzte damit ein starkes Zeichen gegen den unreflektierten Einsatz von KI im Recruiting. Seine These: Technologie kann Prozesse beschleunigen, aber wenn wir Recruiting auf Effizienz reduzieren, verlieren wir das Wesentliche – den menschlichen Faktor.

Er kritisierte, dass Recruiting oft zu reaktiv und transaktional gedacht wird. Stattdessen müssen wir Employer Branding, Talent Relationship Management und Diversität als strategische Säulen unserer Arbeit begreifen. Besonders in einem Markt, in dem Kandidaten zunehmend wählen können, bleibt Authentizität der Schlüssel.

Zum Schluss brachte er es auf den Punkt: „Digitalisiert alles, was sich automatisieren lässt – aber nutzt die gewonnene Zeit, um euch um die Menschen zu kümmern. Bewerbungen sind kein administrativer Vorgang, sondern eine Chance, echte Verbindungen aufzubauen.“

Technologie als Werkzeug – aber nicht als Selbstzweck

Die weiteren Vorträge zeigten, dass Technologie im Recruiting kein Selbstzweck sein darf, sondern uns gezielt unterstützen sollte:

  • Peter Jeitschko präsentierte, wie generative KI helfen kann, den Auswahlprozess objektiver und datenbasierter zu gestalten, sofern sie gezielt gesteuert wird, um Bias zu reduzieren.
  • Marie Vogel und Lisa Dietrich zeigten, wie digitale Tools die Talentgewinnung und das Onboarding effizienter machen, ohne den persönlichen Kontakt zu verlieren.
  • Bastian Stolz stellte eine Power App vor, die Recruiting-Prozesse bei der Lechwerke AG standardisiert und damit mehr Vergleichbarkeit und Transparenz schafft.

Die technologischen Möglichkeiten im Recruiting entwickeln sich rasant weiter – von datenbasierten Auswahlprozessen über KI-gestützte Analysen bis hin zu Low-Code-Lösungen zur Prozessautomatisierung. Doch der Schlüssel bleibt die richtige Balance: Technologie kann uns helfen, effizienter zu arbeiten, aber sie darf nicht zum Ersatz für strategisches Recruiting und menschliche Beurteilung werden. Wer Technologie gezielt einsetzt, um Entscheidungen fundierter, schneller und fairer zu machen, gewinnt langfristig an Qualität und Attraktivität im Wettbewerb um Talente.

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Recruiting in einem sich wandelnden Talentmarkt

Neben innovativen Ansätzen für die technologische Organisation des Recruiting-Prozesses ging es beim Recruiting FORUM auch um Projekterfahrungen, beim Umgang mit speziellen Kandidatengruppen bzw. besonderen regionalen Herausforderungen. Zwei Praxisbeispiele lieferten hier wertvolle Impulse:

  • Nathalie Frensel (Sparkasse Mainfranken Würzburg) zeigte, wie regionale Strategien und gezielte Programme für Quereinsteiger und Trainees dabei helfen, den Fachkräftemangel gezielt anzugehen.
  • Marina Novellino (Nürnberger Versicherung) demonstrierte, dass auch mit kleinen Budgets kreative und zielgruppenspezifische IT-Recruiting-Konzepte erfolgreich sein können.

Der Kampf um Talente erfordert neue Wege. Standardisierte Recruiting-Prozesse allein reichen nicht mehr aus – Unternehmen müssen zielgruppenspezifische und flexible Ansätze entwickeln, um Fachkräfte aktiv zu gewinnen und langfristig zu binden. Regionale Programme, gezielte Maßnahmen für Quereinsteiger und die geschickte Nutzung von digitalen Kanälen zeigen, dass es nicht nur auf das Budget ankommt, sondern auf die Fähigkeit, Recruiting an die Bedürfnisse der Talente anzupassen. Wir können nicht länger darauf warten, dass sich der „perfekte Kandidat“ von selbst findet – stattdessen müssen wir Verantwortung übernehmen und Potenziale aktiv entwickeln.

Recruiting in 2025 braucht einmal mehr eine gute Balance

Die Diskussionen der Veranstaltung zeigten deutlich: Recruiting 2025 wird erfolgreich sein, wenn wir Technologie und Werte in Balance halten.

  • KI und digitale Prozesse steigern Effizienz, müssen aber wertschätzend eingesetzt werden.
  • Wir müssen Recruiting von der reinen Besetzung hin zu einem Beziehungsmanagement entwickeln.
  • Datengetriebene Prozesse bringen Transparenz, erfordern aber eine bewusste Steuerung.
  • Gezielte Programme für Quereinsteiger und Trainees stärken langfristig unsere Talentpools.
  • Eine starke Arbeitgebermarke ist kein Nice-to-have, sondern ein Muss in einem kandidatengetriebenen Markt.
  • HR muss sich als strategischer Gestalter positionieren – und nicht nur reagieren.

Als Fazit aus dem Shift/HR Recruiting FORUM 2025 ist festzuhalten, dass es in Zukunft nicht nur um mehr Automatisierung geht – sondern um mehr kluge, strategische Recruiting-Arbeit.Es liegt an uns, ob wir den Wandel aktiv gestalten – oder uns von ihm treiben lassen.

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